PRT - periradikuläre Therapie
Die periradikuläre Schmerztherapie (PRT) wird bei einer Reizung von Nervenwurzeln an der Wirbelsäule eingesetzt. Diese Reizung entsteht am häufigsten durch einen Bandscheibenvorfall. Ursächlich kann aber auch ein länger bestehenden Verschleiß der Bandscheiben oder der Zwischenwirbelgelenke (Facettensyndrom) sein. Diese Reizung äußert sich in Schmerzen. Diese strahlen typischerweise in die von der Nervenwurzel versorgten Region an Arm oder Bein aus. Begleitend können Taubheitsgefühle oder Kribbeln/Ameisenlaufen auftreten.

Zur Schmerzbehandlung wird eine Cortisonlösung gespritzt. An der Lendenwirbelsäule wird zusätzlich ein örtliches Betäubungsmittel eingesetzt. Ziel ist es, die an der Nervenwurzel bestehende Entzündungsreaktion zu behandeln. Dies führt häufig zu einer raschen Schmerzreduktion.

Bei der PRT wird eine dünne Nadel an die Austrittsöffnung der Nervenwurzel aus der Wirbelsäule platziert. Wenn die Nadel korrekt liegt, wird das Cortisonpräparat so gespritzt, dass es sich um die Nervenwurzel herum verteilt. Dies kann mitunter zu einem leichten Druckgefühl führen. Gelegentlich kann es im Anschluss zu einer vorübergehenden Taubheit der betroffenen Körperregion kommen. 

Thermokoagulation
Die Thermokoagulation wird mit sehr gutem Erfolg bei Schmerzen der kleinen Wirbelgelenke aufgrund von Abnützung eingesetzt (Facettensyndrom). Es handelt sich um einen minimal-invasiven Eingriff.

Nach örtlicher Betäubung der betroffenen Wirbelsäulenabschnitte wird eine Elektrode unter ständiger Röntgenkontrolle an das Wirbelgelenk platziert. Anschließend wird direkt an die zu behandelnde Stelle ein örtliches Betäubungsmittel gespritzt.

Dann wird die Sondenspitze für 90 Sekunden durch ein Radiofrequenzgerät auf 75—80°C erhitzt. Damit wird die Leitfähigkeit der hier verlaufenden Schmerzfasern unterbrochen. Der Schmerz kann sich nicht weiter ausbreiten. Jedes Wirbelgelenk wird allerdings von mehreren Schmerzfasern versorgt. Es müssen daher oft mehrere Stellen behandelt werden.

Die Schmerzlinderung tritt in der Regel rasch ein und kann Monate bis Jahre anhalten. Mit zunehmender Zeit kann der therapeutischen Effekt nachlassen. Eine Wiederholung der Therapie ist allerdings möglich.

Nukleoplastie
Bei der Nukleoplastie handelt es sich um ein minimalinvasives schonendes Operationsverfahren. Es kommt ohne Skalpell aus. Es wird häufig mit sehr gutem Erfolg zur Behandlung von kleineren symptomatischen Bandscheibenvorfällen eingesetzt.

Eine sogenannte Plasmasonde wird unter örtlicher Betäubung in die Nähe des Bandscheibenvorfalles gesetzt. Durch Zufuhr hochfrequenter elektrothermischer Energie wird das Bandscheibengewebe erhitzt.

Der Bandscheibenvorfall wird dehydriert und somit verkleinert. In den Faserring eingewachsene Schmerznerven werden abgetötet. Bei der Nukleoplastie besteht wenig Vernarbungsrisiko, da Rückenmarks- und Bandscheibennervenraum nicht berührt werden.